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Erinnerung - kleiner Schreibversuch

 

Keuchend kam sie zum stehen. Einen Moment schwindelte ihr, als sie auf das tosende Meer, tief unter ihren Füßen hinab blickte, doch sie gewann schnell die Fassung wieder und trat einen Schritt zurück.
Seufzend schloss sie die Augen und lauschte dem Rauschen der Wellen, sie ließ die Geräusche der Wellen, wenn es auf die Klippen traf lange auf sich wirken und atmete die salzige Meeresluft ein.

Wenn du dort hinunter fällst, dann bist du schneller tot als du Jungfrau sagen kannst.“ sagte er und blickte mit liebevollem Blick, der seine Worte ironisch erscheinen ließ auf sie hinab.
Warum?“ fragte sie ihn zögernd und klammerte sich schlotternd an seinen Arm. Es war kalt, dehr kalt, ihr Kleider waren sofort nass gewesen, als sie dem peitschenden Wind, der vom Meer her wehte ausgesetzt waren. Sie fror bis auf die Knochen und wollte zurück nach Hause und sich am warmen Kaminfeuer wärmen.
Entweder du wirst von den Wellen so lange unter Wasser gedrückt, dass du ertrinkst. Oder - „ er zögerte einen Moment, „oder du wirst von der Wucht der Wellen gegen die Klippen geschleudert und brichst dir neben sämtlichen anderen Knochen das Genick.“

Schaudernd schlang sie die Arme um ihren Körper. Eine einzelne Träne rollte ihre Wange hinab und bahnte sich ihren Weg zwischen unzähligen Narben her. Narben von alten Wunden, die sie niemals vergessen würde.

Warum erzählst du mir das?“ sie fragte mit dünner Stimme und versuchte vorsichtig zu ihm auf, in seine Augen zu schauen, doch er heftete den Blick aufs Meer. Seinen Arm hielt sie immer noch umklammert.

Langsam strich sie sich mit der Hand über die Wange und spürte die vernarbte Haut unter ihren Fingerspitzen. Sie war schön gewesen, schon immer. Alle hatten sie bewundert und sie hatte es genossen. Wer schön war, war mächtig. Sie hatte es gewusst und jeden Vorteil daraus gezogen. Auch jetzt war sie noch schön. Schön wie die Nacht. Aber etwas fehlte.

Vorsichtig legte er seine Hände auf ihre und löste seinen Arm aus der Umklammerung. Mit sanfter Gewalt packte er ihre Schultern und schob sie auf Armlänge von sich.
Sofort bildete sich prickelnd eine Gänsehaut auf ihrem Körper als er seiner Nähe beraubt wurde.
Blinzelnd sah sie ihm in die Augen und bemerkte, dass sie seltsam feucht glänzten. Er weinte.
Was-“ sanft legte er ihr einen Finger auf die Lippen und schüttelte den Kopf.
Lange standen sie in dieser Haltung da und starrten sich an. Sie wollte gerade wieder etwas sagen als seine Lippen sich zu einem Lächeln verwandelten und er langsam die Hand hob. Mit einer vorsichtigen Bewegung strich er ihr das Haar von der Stirn und hinterließ ein angenehmes Prickeln auf ihrer Haut.

Lächelnd ahmte sie seine seine damalige Bewegung nach. Wieder spürte sie die Unregelmäßigkeit ihrer Haut unter den Fingerkuppen. Narben. Hässliche Narben zierten ihre rechte Gesichtshälfte. Die Überbleibsel von grausamen und schmerzhaften Schnittwunden. Wie hätte sie damas wissen können, dass er ihr so etwas antun würde? Er war immer sehr vorsichtig und sanft zu ihr gewesen. Nie hatte er ihr weh tun wollen. All seine Berührungen waren ihr immer bedacht und überlegt erschienen.

Ich erzähle dir das nur, damit du vorsichtig bist und jeden Schritt genau überlegst, damit dir nichts geschieht.“
Verwirrt durch seine ernsten Worte schaute sie ihn an. Warum sollte ihr etwas geschehen?
Ich werde sicher nicht dort runterspringen wollen!“ Sie stieß ein Lachen aus, ein kläglicher Versuch die Spannung zu unterbrechen. Sie versuchte es mit einem Lächeln, doch das Lächeln auf seinen Lippen war erloschen.
Sei einfach vorsichtig.“ sagte er und wandte den Blick ab.
Besorgt folgte sie seinem Blick und schaute aufs Meer. Die Sonne würde bald untergehen und das Meer in einen sanften Orangeton tauchen. Sie zwang sich ihn wieder anzusehen und bemerkte, dass er sie beobachtete.

Warum hatte er sie damals hierher geführt? Warum hatte er ihr diesen Ort gezeigt? Hatte er gewusst, dass sie eines Tages zurück kommen würde, um den Tod zu finden? War genau das sein Plan gewesen? Hatte damals schon sein grausames Wesen einen Weg zur Oberfläche gefunden?

Trotz seiner ernsten Blicks überwand sie sich ihm ein Lächeln zu schenken, sie hob die Hand, um ihm eine feuchte Haarsträhne, die an seiner Stirn klebte aus den Augen zu streichen. Doch er packte ihre Hand und zog sie an sich. Er drückte sie so eng an seinen Körper, dass ihr Gesicht auf seine Brust lag, sie nahm den schwachen Ledergeruch seiner Kleider wahr. Als sich sein Kopf senkte und er in einem Flüsterton zu sprechen begann spürte sie seinen warmen Atem an ihrem Ohr: „Ich liebe dich.“
Seufzend schlang sie die Arme u seinen Körper. „Ich liebe dich auch.“ sagte sie, „Ich liebe dich.“

„Ja!“ schrie sie, „Ja! Verdammt! Ich liebe dich!“ Sie brach in wahnsinniges Gelächter aus und musste die Hände auf die Knie stützen, um nicht vorn über zu stürzen.
„Ich liebe sich! Dich und alles, was du für mich getan hast!“ Der Wahnsinn ihres Gelächters verwandelte sich zu Zorn und sie begann derbe Flüche aus zustoßen.
Ihre Stimme war heiser, aber fest, als sie die Fassung zurück gewann.
„Ich hoffe du findest einen schmerzvollen Tod.“
Der Wind riss ihr die Worte von den Lippen und verschleppte sie in die Ferne.
Sie stieß einen letzten wütenden Fluch aus und hielt dann inne. Der Sturm war nun so stark, dass man keines ihrer Worte mehr verstehen würde, selbst wenn man neben ihr stünde.
Es war Zeit es zu beenden.
Sie trat einen Schritt nach vorn, dann noch einen. Sie stand nun am Rand der Klippe, ein weiterer Schritt und sie würde in die Tiefe stürzen.
Tränen strömten über ihr Gesicht, aber sie lächelte.
Dieses Lächeln sollte nie mehr erlöschen.
Sie atmete noch einmal tief ein und aus. Ihre letzten Worte wählte sie mit Sorgfalt.
Sie öffnete den Mund: „Ich hasse dich.“
Ihre Worte wurden in alle Himmelsrichtungen, aber nicht an ihre eigenen Ohren getragen.
Sie nahm all ihre Kraft zusammen.
Und sprang.

11.4.07 13:31
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Norton (12.4.07 00:01)
Interessant.
Aber warum der ständige Wechsel zwischen "kursiver" und "normaler" Schrift?
Ist das wieder eines deiner sogenannten "Plays"?

Mach weiter so, Blubbi. Ich find´s gut.


Blubb (12.4.07 11:26)
Ha, danke für den Kommentar!
Das kursive und normale dient mehr zur Übersicht... Kursiv ist halt die Vergangenheit, die Erinnerung und das normale ist die Gegenwart

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